Netzwerk digitaler Städte – Treffen in Freiburg

Digitalisierung, E-Government, Open Data oder Smart City sind nur einige der spannenden aber auch herausfordernde Themen für die kommunalen Verwaltungen. Welche Strategien werden entwickelt, welche Ansätze verfolgt und welche Erfahrungen werden bei der Umsetzung gesammelt? Dazu tauscht sich das Netzwerk digitaler Städte regelmäßig aus. Dieses Mal fand das Treffen in Freiburg statt.

Netzwerk digitaler Städte

Das Netzwerk digitaler Städte ist eine Gruppe von Experten_innen aus deutschen Kommunen unterschiedlicher Größe und aus vielen Regionen Deutschlands, die sich intensive mit diesen Themen auseinandersetzen. Vor 2 Jahren haben die Beteiligten beschlossen, diese besondere Art der Kontaktpflege zu starten. In den regelmäßigen Treffen werden viel Praxis, Erfahrungen aber auch neue Ideen ausgetauscht. Es gibt aber auch Raum für tiefer gehende Diskussionen von Schwerpunktthemen.

Online-Zugangsgesetz

Dieses Mal waren wir am 18. September zu Gast im schönen Freiburg. Bei spätsommerlichen Wetter fand der eintägige Workshop im kürzlich erbauten neuen Standort der Verwaltung, dem „Rathaus im Stühlinger“, statt. Ein beeindruckendes Gebäude mit Sonnenkollektoren an der Fassade, einem flexiblem Arbeitsplatzkonzept und einer innovativen Organisation bezüglich der Beratung der Bürgen_innen. Am Ende gab es auch die Möglichkeit dies Räume zu besichtigen, aber in Zentrum standen die IT-Themen und Herausforderungen der Digitalisierung.

Rathaus im Stühlinger

Rathaus im Stühlinger, Foto: ingenhoven architects/HGEsch

Intensiv wurde der Umgang mit den Anforderungen des im letzten Jahr in Kraft getretenen Online-Zugangsgesetz (OZG) besprochen. Mit diesem wurde die Verwaltung bis 2022 verpflichtet, eine große Anzahl digitaler Dienstleitungen (konkret 575), gruppiert in 50 Lebenslagen und aus allen Ebenen Bund/Länder/Kommunen bereitzustellen. Der überwiegende Teil dieser Verwaltungsangebote liegen zwar in der Zuständigkeit von Bund und Länder, doch beeinflusst deren Umsetzung und die Gestaltung der organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen massiv die Strategien und Aktivitäten auf der kommunalen Ebene.

Gemeinsam ein nutzerorientiertes E-Government gestalten

Intensiv wurden die Erfahrungen aller Beteiligten aus der Interaktion mit Bürgern_innen, Unternehmen und Partnern_innen diskutiert. Zielrichtung war, diese in die Weiterentwicklung und Gestaltung der modernen, nutzerorientierten Verwaltung einzubringen und gemeinsam die Veränderungen mitzugestalten.

Dabei wurde immer wieder das Konzept zur Modernisierung der Verwaltung am Beispiel GOV.UK als mögliches Vorbild genannt. Es gibt darüber hinaus auch viele innovative Angebote und Ideen bei den teilnehmenden Städten. Um so wichtiger ist der Austausch mit der Chance, durch Kooperation schneller Ergebnisse zu erzielen. Erst die gemeinsame Arbeit und Bereitschaft, Hintergründe und Details offen und ohne Vorbehalte im Netzwerk zu teilen, ist der Erfolgsgarant für eine bessere, nutzerorientierte Verwaltung.

Netzwerk der digitalen Städte beim Treffen in Freiburg

Netzwerk der digitalen Städte beim Treffen in Freiburg

So ist geplant, die Interaktion zu verstärken, Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln und nicht immer wieder neu zu erfinden. Voraussetzung solcher Initiativen ist natürlich die Unterstützung in der eigenen Organisation und die Schaffung von Innovationsräumen, um effektiv erproben zu können. Eine dahingehende Verbesserung der jeweils lokalen Rahmenbedingungen und Justierung der Strukturen könnte bei der Themendiskussion dahingehend für mehr Wirkung sorgen.

Das nächste Treffen ist Anfang 2019 geplant. Wir sind gespannt, was sich bis dahin in Planungen und Umsetzung des OZG getan hat. Ohne die aktive Einbeziehung der kommunale Ebene wird es aber schwierig werden. Daher sind wir im Netzwerk der digitalen Städte für die direkte Zusammenarbeit offen. Wir sind optimistisch und leisten natürlich gerne unseren Beitrag.

Ein Blog-Beitrag von Wolfgang Glock
Leiter der Stabsstelle E- und Open Government & Smart City der Landeshauptstadt München

Team E- und Open-Government der Landeshauptstadt München

Schreibe einen Kommentar