Interkommunaler Austausch zu den Münchner Bürgerterminals

Startbildschirm des Bürgerterminals

Startbildschirm des Bürgerterminals

„Entdecken Sie die Stadtverwaltung online“

Mit diesen Worten begrüßt das Bürgerterminal im Eingangsbereich des Kreisverwaltungsreferats (KVR) in der Rupperstraße die Münchnerinnen und Münchner, die diese moderne Möglichkeit des Behördengangs nutzen wollen. Die Münchner Bürgerterminal sind ein Schritt in Richtung Zukunft der Verwaltung und haben das Interesse von anderen Stadtverwaltungen geweckt. Im März 2016 begrüßte das Team E- und Open-Government daher an gleicher Stelle Kollegen der Stadtverwaltung Augsburg und der Stadtsparkasse München zur Präsentation und Diskussion über Einsatzmöglichkeiten der Geräte.

Zum Stand der Dinge bei den Bürgerterminals

Derzeit sind in München fünf Geräte in einer Pilotphase aufgestellt (KVR, KFZ-Zulassungsstelle, Lokalbaukommission, Planungsreferat Auslegungshalle und Wohnungsamt). Ein sechstes Gerät soll bei der Münchner Stadtsparkasse in Betrieb genommen werden. Über diese öffentlich zugänglichen Bürgeterminals sind die Online-Service-Angebote der Stadt für die Münchnerinnen und Münchner verfügbar. Zum Beispiel die Bestellung des Familienpass, Verlustanzeige oder die Beantragung eines vorübergehenden Halteverbotes. Die Landeshauptstadt plant die Terminals zukünftig auch an anderen Stellen aufzustellen.

Die Bürgerterminals der Landeshauptstadt München sind mit Standard-PC-Hardware und einem Monitor mit Touch-Funktionalität ausgestattet. Gehäuse und Tastatur bestehen aus Aluminium und Edelstahl und sind somit besonders robust für den Einsatz im öffentlichen Raum konzipiert. In der Gehäusefront befindet sich ein Näherungssensor, der dafür sorgt, dass das Gerät eine sich nähernde Person „begrüßt“ und bei Verlassen des Terminals nach kurzer Zeit die Daten der Nutzung löscht. Die Geräte sind mit Kartenlesern zum Einsatz der eID-Funktion des neuen Personalausweises (nPA) ausgestattet. Ein Internet-Browser ist immer der Einstieg für die Benutzerinnen und Benutzer und zeigt beim Start eine für das Bürgerterminal und den Standort zugeschnittene Startseite an. Eine sogenannte „Whitelist“ beschränkt das Surfen auf zulässige Internetseiten und schützt vor Missbrauch.

Was die Stadtsparkasse mit den Bürgerterminals der Verwaltung zu tun hat

Viele Vorteile bietet eine Platzierung der Bürgerterminals außerhalb von Verwaltungsgebäuden. So wird den Münchnerinnen und Münchnern eine Nutzung rund um die Uhr ermöglicht. In Betracht kommen dabei besonders Standorte, an denen sich bereits öffentlich verfügbare Dienste befinden, da dort die vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann. In diesem Sinne ist eine Kooperation mit der Stadtsparkasse München angedacht. Dies hat für alle Beteiligten Vorteile: Die Bürgerinnen und Bürger können rund um die Uhr in den Filialen der Stadtsparkassen „Behördengänge“ elektronisch erledigen, die Stadtsparkasse bietet ihren Kundinnen und Kunden einen besonderen Service und die Verwaltung entlastet die Bürgerbüros.

Potential und Herausforderungen der Bürgerterminals

Bei der Präsentation des Terminals entwickelte sich eine interessante Diskussion und ein reger Austausch über deren zukünftiges Potential. Auch Schwierigkeiten wurden angesprochen, die es noch zu bewältigen gilt, bevor die Bürgerterminals in großem Umfang eingesetzt werden können.


Im Gespräch waren von der Stadt Augsburg Dieter Roßdeutscher (Leiter Bürgeramt), Helmut Truschies (Leiter Bürgerbüros), Manuel Reyes (Organisationsberater) und Holger Sudmann (Leiter E-Government). Als Vertreter der Stadtsparkasse München nahm Herr Andreas Rauchmann an dem Austausch teil. Das Münchner E- und Open-Government Team war mit Wolfgang Glock, Christian Müller, Matthias Widmann, Torsten Zipf, Jörg Zimmer und Stefan Döring vertreten.

Wer von den modernen Services der Bürgerterminals und den damit verbundenen Möglichkeiten nichts weiß, wird diesen auch nicht nutzen. So war man sich einig, dass eine Aufstellung von Bürgerterminals durch umfassende Marketingmaßnahmen begleitet werden müssen. Auch Vorbehalte, die aufgrund des Datenschutzes gegenüber elektronischen Verwaltungs-Services bestehen, gilt es entgegenzutreten. Um Kapazitäten und Kosten zu teilen sowie eine größere Reichweiten bei den Zielgruppen zu erreichen, ist eine engerer Zusammenarbeit der Städte und Kommunen notwendig. Denkbar wäre eine gemeinsame Werbeoffensive der Städte, die ihren Bürgerinnen und Bürgern das Serviceangebot der Bürgerterminals bieten wollen.

Im Zusammenhang mit dem Marketing wurde schnell klar, dass es letztendlich darauf ankommt, dass die Bürgerterminals die Leistungen bieten, die die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich nutzen wollen. Es bedarf eines langfristigen Ausbaus der angebotenen Online-Services. Dazu erhofft sich das Projekt E- und Open-Government der Stadt München Erkenntnisse aus der kürzlich durchgeführten Bürgerumfrage.

Kartenleser für den neuen Personalausweis am Bürgerterminal

Für Gesprächsstoff sorgten auch die Kartenleser an den Terminals. Durch diesen lässt sich der neue Personalausweis direkt vor Ort verwenden. Dadurch wird Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu den Online-Angeboten ermöglicht, die selbst keine technische Möglichkeit haben oder denen die Anschaffung eines eigenen Kartenlesers zu teuer ist.

Eine Platzierung der Bürgerterminals außerhalb von Behörden warf die Frage auf, ob die Geräte ausreichend gegen Vandalismus geschützt sind. Eine stabile Verarbeitung mit Edelstahltastatur soll dem vorbeugen und entgegenwirken.

Das Team E- und Open-Government dankt den Kollegen der Stadtverwaltung Augsburg und dem Vertreter der Stadtsparkassen für die rege Diskussion. Der Austausch wird auch in Zukunft gepflegt werden, um gemeinsam von Erfahrungen zu profitieren und Marketingstrategien zusammen zu entwickeln.

Team E- und Open-Government der Landeshauptstadt München