Einblicke in den Stand der Digitalisierung und Smart City für Kommunen

Wie sieht eine gelungenen Digitalisierung in Kommunen aus? Nicht nur in München diskutieren dazu Verwaltung, Politik, Startups und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Wolfgang Glock, Leiter für die Themen E- und Open Government und Smart City der Landeshauptstadt München ist häufig zu Gast bei Veranstaltungen zu diesem Thema – als gefragter Experte zum einen. Um die Erfahrungen anderer in die eigene Verwaltung zu tragen, zum anderen. Hier einige Highlights seiner jüngsten Termine als Überblick über den aktuellen Stand der Diskussion.

Tagung in Tutzing: Kommunen als Gestalter der Smart City

„Die Rolle der Kommunen als Gestalter unserer Zukunft
wird unterschätzt.“

Wolfgang Glock mit Prof. Dr. Diane Ahrens, TH Deggendorf

Wolfgang Glock mit Prof. Dr. Diane Ahrens, TH Deggendorf Foto: apb-Tutzing

Dieser Eindruck hatte die renommierten Tutzinger Akademie für politische Bildung veranlasst, das Thema auf einer Veranstaltung am ersten Februarwochenende aufzugreifen. Zur Einstimmung gab Wolfgang Glock einen Überblick. Welche Themen sind aus Sicht der IT der Stadt München mit der Digitalisierung verbunden? Was steckt hinter Schlagworten wie E-Government, Open Government oder Smart City? Was beeinflusst den Handlungsrahmen der Stadt und an welchen Themen wird derzeit gearbeitet?

Über die Zielsetzung beim Thema Smart City war man sich weitgehend einig: Es muss immer darum gehen, für die Bürgerinnen und Bürger einen echten Mehrwert zu schaffen. Eine attraktive Stadt der Zukunft muss zudem ökologisch, digital und sicher sein, forderte beispielsweise Norbert Gebbeken, Bauingenieur und Professor an der Universität der Bundeswehr München. Diese Zielsetzung werde jedoch, so eine seiner Thesen, keineswegs immer verstanden.

Wer selbst einen kurzen Ausflug in das Thema Smart City machen möchte: Auf Slideshare gibt es den Foliensatz von Wolfgang Glock.

Stadt.Land.Digital.

Bundesminister Peter Altmaier

Bundesminister Peter Altmaier

Mit dieser Veranstaltung gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 18. Januar in Berlin den Startschuss für die gleichnamige Initiative. Ihr Ziel ist es, Städte und Kommunen bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen und dabei die Lebensqualität zu verbessern. Zugleich wurden die Preisträger des Wettbewerbs „Smart Cities und Smart Regions“ geehrt.

Die Stadt München beteiligte sich mit zwei Beiträgen am Wettbewerb: Zum einen wurden die im Rahmen des EU-Projekts Smarter Together aufgestellten intelligenten Lichtmasten im Pilotgebiet Neuaubing-Westkreuz vorgestellt: Bestückt mit Sensoren gewinnen sie lokale Daten zu Verkehr, Luftqualität und Wetter. Der zweite eingereichte Beitrag war Münchens SmartCity App, die einen zentralen Zugang zu den Dienstleistungen der Stadt bietet.

Preise für übergeordnete Smart-City-Konzepte

Beide Münchner Ideen wurden im Forum sehr positiv bewertet und diskutiert, waren jedoch nicht unter den Preisträgern. Als Gewinner unter den über 200 Beiträgen setzten sich drei übergeordnete Programme beziehungsweise Gesamtkonzepte durch:

  • Allianz Smart City Dortmund Wir.Machen.Zukunft:  Die Dialog- und Projektplattform vernetzt bereits 137 Unternehmen, Verbände, Institutionen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Akteure aus Politik und Verwaltung und bindet die Menschen in die digitale Transformation der Stadt ein.
  • Emsdetten auf dem Weg zur Smart City: Basierend auf einer umfassenden Bestandsaufnahme hat die Stadt Emsdetten eine Smart City-Strategie für die kommenden vier Jahre erarbeitet.
  • Energiecluster digitales Lübeck: Im Vertrauen auf seine kommunalen Fähigkeiten will Lübeck im Dialog mit der Bevölkerung den Weg zur digital vernetzten, nachhaltigen Stadt entwickeln und dabei auf einen Partner mit Profitorientierung verzichten.

Reichhaltiger Ideenfundus zur Smart City

Zentral bei allen Beiträgen war die Beteiligung und Motivation der Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihrer Smart City. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hob die flexible Bündelung von Funktionen in einer App als wichtigen Trend hervor – ein Weg den auch die Stadt München mit seiner SmartCity-App geht.

Die Seite zum Wettbewerb Stadt.Land.Digital enthält eine Übersicht aller eingereichten Beiträge. Ein interessanter Fundus für alle, die sich für das Thema Smart City interessieren. Einen Eindruck von dem Event in Berlin gibt ein Video vom Youtube-Kanal des Ministeriums:

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Zweite Pitch Night der Digital Hub Initiative

Startup-Projekte, Investoren, großes Publikum und eine tolle Atmosphäre: Bei der zweiten Pitch Night der deutschlandweiten Digital Hub Initiative am 20. Januar trafen neun Startups auf potenzielle Finanziers, Förderer und Partner. Veranstalter des Events war das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Kooperationspartner des Abends war die Konferenz Digital Life Design (DLD). Das große Interesse am Event zeigte wieder einmal, dass sich München als Startup-Hotspot nicht zu verstecken braucht.

Warten auf die Pitches im tollen Ambiente des "München Hoch5" am Ostbahnho

Warten auf die Pitches im tollen Ambiente des „München Hoch5“ am Ostbahnhof, Quelle: Wolfgang Glock

Mit der Digital Hub Initiative will der Wirtschaftsminister die Position Deutschlands als attraktiven Digitalstandort stärken. Dazu wurden zwölf auf unterschiedliche Schüsselindustrien fokussierte Digital Hubs gegründet. In jedem kommen Startups, Unternehmen und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam Erfolg versprechende Entwicklungen voranzubringen. So stehen in der bayrischen Landeshauptstadt Mobilität und Versicherungslösungen im Vordergrund.

Impressionen: e-Bots für Kundenanfragen, Städte in 3D

Zwei der Startup-Präsentationen waren für den Digitalstrategen Wolfgang Glock besonders inspirierend: So präsentierte e-bot7 innovative Chatbots, sogenannte E-Bots, die dabei unterstützen, Kundenfragen effizienter zu erledigen. Das System analysiert eingehende Nachrichten und liefert Antwort-Vorschläge, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz laufend optimiert werden.

Interessant für die Weiterentwicklung des städtischen Verkehrs war für Wolfgang Glock eine von Phantasma Labs präsentierte Simulationsplattform, die Städte sehr wirklichkeitsnah dreidimensional abbildet. Ziel ist die Gewinnung von Daten für Training und Validierung von selbstfahrenden Autos. Einen ähnlichen Ansatz der 3D-Simulation verfolgt die Stadt München unter dem Stichwort „Digitaler Zwilling“ in einem Förderprojekt des Bundes. Auch hier geht es darum, geplante Prozesse auf Stadtebene, speziell Verkehrssituationen virtuell auszuprobieren, 

Die Internet-Seite zur zweiten Pitch Night enthält Fotos und Infos zur Initiative.

Mit Wolfgang Glock sprach Elisabeth Wagner.

Team E- und Open-Government der Landeshauptstadt München

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