Nachlese: 8. Bayerisches Anwenderforum eGovernment

Unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landtags trafen sich auch dieses Jahr am 3. und 4. Mai 2016 im Bayerischen Landtag wieder ca. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um sich über aktuelle Entwicklungen im E-Government zu informieren und um sich auszutauschen.

Der Teilnehmerkreis der Veranstaltung war wie auch in den Vorjahren äußerst heterogen. Vertreterinnen und Vertreter kleinerer Kommunen und Landkreise besuchten die Veranstaltung ebenso, wie Akteure des Landes Bayern, der Hochschulen, der Wirtschaft und der IHK.

Bayerisches Anwenderforum eGovernment 2016

Plenum des Bayerischen Anwenderforum eGovernment 2016, Quelle: http://www.infora-mc.de

Die Digitalisierung Bayerns

In Vorträgen, Workshops und neun teilweise parallel stattfindenden Fachforen wurden in diesen beiden Tagen aktuelle Aktivitäten im E-Government vorgestellt und über Zukunftsthemen informiert. Vereinfacht gesagt ging es beim Bayerischen Anwenderforum E-Government um die Digitalisierung Bayerns. Folgende Fragestellungen klangen in den Vorträgen immer wieder durch:

  1. Wie digital will und muss heute eine Kommune Ihre Geschäftsprozesse aufstellen?
  2. Welche Einflüsse, Gesetze und Entwicklungen aus Bund und Ländern sind dabei zu beachten und welche Einflüsse der europäischen Ebene sind bei den Vorhaben zu berücksichtigen?
  3. Was erwarten Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende von ihrer Kommune in einer Zeit deren Alltag anderenorts von Online-Käufen, Warenkörben und Onlinezahlungen bestimmt ist?
  4. Und schließlich: Was muss die kommunale IT leisten und mit welchen Ressourcen muss diese ausgestattet werden, damit die Anforderungen einer digitalen Kommune erfüllt werden können?
Forum, Quelle: http://www.infora-mc.de

Forum, Quelle: http://www.infora-mc.de

Impact für die Landeshauptstadt München

Die ersten drei der vier oben genannten Fragestellungen sind in erster Linie keine Themen einer zentralen IT, sondern haben direkten Einfluss auf die Fachabteilungen der Referate und Eigenbetriebe der Stadtverwaltung. Um so erfreulicher, dass diese Zielgruppe etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten. Die Antwort auf die vierte Frage muss die städtische IT aus konkreten Anforderungen und fachlichen Strategien ableiten.

Die Landeshauptstadt München war sowohl auf Seite der Referentinnen und Referenten, in der Moderation als auch als Besucherinnen und Besuchern vertreten:

  • Karl-Heinz Schneider, Werkleiter des städtischen IT-Dienstleiters it@M, moderierte das Fachforum „Moderne Formen des IT-Betriebs“ und referierte über die Anforderungen einer Großstadt wie München und die Neuausrichtung der städtischen IT. Seine Folien finden Sie hier.
  • Dr. Daniela Rothenhöfer, Leiterin der Hauptabteilung IT-Strategie und IT-Steuerung – IT-Controlling übernahm die Moderation des Fachforums 5, welches sich mit der Personalgewinnung und -bindung von IT-Personal auf einem engen Fachkräftemarkt beschäftigte. Sie stellte einige der Maßnahmen der Landeshauptstadt wie Messe-Teilnahmen, rollenbasierte Aufgabenbeschreibungen, Kompetenzprofile und Fachkarrieren vor. Die Erfolge aber auch Herausforderungen können hier nachgelesen werden.
  • Vom Stadtarchiv München sprach Dr. Daniel Baumann über die Langzeitarchivierung digitaler Verwaltungsunterlagen. Er beschäftigte sich zudem mit der Herausforderung, unterschiedliche digitale Objekte aus den Fachverfahren zu exportieren und in ein Format zu überführen, das ihren dauerhaften Erhalt ermöglicht. Den Vortrag finden Sie hier.
  • Vom Team E- und Open-Government nahm Peter Onderscheka, Leiter des Geschäftsbereichs  IT-Management an der Diskussion im Fachforum 4 zu den Themen BayernPortal und Bayern-ID teil. Dr. Michael Thiel, IT-Stratege E-Government, stellte zudem das Online-Service-Portal der Stadtverwaltung vor.
Dr. Michael Thiel im Gespräch,

Dr. Michael Thiel im Gespräch, Quelle: http://www.infora-mc.de

Für das E-Government der Landeshauptstadt haben sich aus den besuchten Veranstaltungen dieses Jahr drei große Themen nachhaltig herauskristallisiert:

  • Die Aktivitäten des Landes Bayern rund um das „Bayern-Portal“
  • Der Bedarf an „e“ Angeboten für die bisher eher zurückhaltend bediente Zielgruppe der Gewerbetreibenden und Unternehmen
  • Die IT-Sicherheit und der Datenschutz im E-Government

Insgesamt war das Anwenderforum eGovernment eine gelungene Veranstaltung, die das Thema Digitalisierung der Verwaltung weiter voran bringt.

Ein Beitrag von Christian Müller, Stabsstelle E- und Open-Government

Team E- und Open-Government der Landeshauptstadt München