Skip to content

München bringt neues Release 4.0 des LiMux Clients heraus

von Oliver Altehage am 18.08.11

München etabliert mit dem Release 4.0 des LiMux Clients das optimierte Releasemanagement für den LiMux Arbeitsplatz. Ab dem 17.08. steht allen IT Bereichen der Landeshauptstadt München das neue Release zum Roll-Out  zur Verfügung. Der LiMux Client beinhaltet eine neue Version des Linux Betriebssystems (auf Basis Ubuntu 10.4 und KDE 3.5), ein auf München angepasstes OpenOffice.org 3.2.1, den WollMux 11.2, aktuelle Firefox und Thunderbird Versionen und weitere zusätzliche Programme für die erweiterte Bürokommunikation. „Das Release 4.0 ist das umfangreichste Paket, das wir hier in München zusammengestellt, angepasst und getestet haben und bringt uns ein großes Stück näher an die LTS Distribution von Ubuntu“, sagt Robert Jähne, Releasemanager der Landeshauptstadt München.

Deutschlands größtes Linuxprojekt im Öffentlichen Sektor läuft weiterhin im Plan: Mittlerweile sind in München rund 7.600 PC Arbeitsplätze auf das offene Linux Betriebssystem migriert und fast 90% der ca. 15.000 PC Arbeitsplätze sind ohne MS Office. Ziel des LiMux Projekts ist es bis Ende 2013 rund 80% der derzeit 15.000 PC Arbeitsplätze auf LiMux migriert zu haben.

8 Kommentare
  1. jjbatz78 Permalink

    Das Projekt läuft seit 2003. Wegen der schleppenden Installation der LiMux Clients würde ich gerne wissen: Was läuft auf den nicht-migrierten Arbeitsplätzen? Immerhin sind hier Zehntausende im Einsatz und bis Projektende werden es auch tausende bleiben.

    Ist dort noch Windows NT installiert? Windows NT wird nicht mehr supported und ist Sicherheitstechnisch mehr als bedenklich einzustufen. In diesem Fall sollten rechtliche Schritte gegen München unternommen werden, da dort die Daten der Bürger verarbeitet werden. Die Stadt München würde in diesem Fall grob fahrlässig handeln.

    Falls nicht Windows NT installiert wurde, dann wurden tausende von zusätzlichen Windowslizenzen gekauft. Wo erscheint das in den Kostenrechungen?

    • Oliver Altehage Permalink

      Ziel des Projektes ist es ca. 80% der PC-Arbeitsplätze (derzeit rund 15.000) auf LiMux zu migieren. das werden somit Ende 2013 mehr als 12.000 Rechner sein, die nativ mit LiMux laufen. Der größte Teil der verbleibenden Rechner wird einer Virtualisierung zugeführt: virtueller Desktop (VMWare) oder Terminalserver. Nur ein sehr kleiner Teil an Rechnern bleiben reine Windows Rechner. Wie sich hier die Zahlen entwickeln wissen wir derzeit noch nicht. Aus Sicherheitsgründen wurden NT Rechner gegen 2000 bzw. XP ausgetauscht. Der Wechsel auf Windows 7 wird gerade geplant. Die Sicherheit von Bürgerdaten hat oberste Priorität. Die zusätzlich notwendigen Windows Lizenzen tauchen in den Bereichs-Budgets der betroffenen Referate auf.

  2. Die möglichen Bedenken der Endanwender gegenüber Linux und auch OpenOffice kommen meiner Erfahrung nach erst gar nicht auf, wenn die Oberfläche von Linux (Fenster, Dialogboxen, Menüs etc.) durch gezieltes Customizing der Optik von Microsoft Windows nachempfunden ist.

    Damit lässt sich die Akzeptanz von Linux enorm steigern, weil sich die Endanwender in gewohnter Umgebungsoptik wiederfinden und so sehr viel motivierter mit Linux arbeiten.

    Durch den Einsatz der erweiterten Desktop-Effekte, die Linux bietet, konnte ich sogar eine noch gesteigerte Endanwender-Motivation feststellen. Mitunter denken einige Anwender, sie würden mit Windows 8 arbeiten und einige ihrer Kollegen waren darauf sogar fast neidisch.

    Ein Video zu diesem Projekt wird in Kürze auf meinem Blog zu finden sein.

    • Das können wir (wenn auch mit Einschränkungen) bestätigen und nehmen darauf selbstverständlich in unseren Schulungen auch große Rücksicht.

      Unser “Customizing” beschränkt sich allerdings nicht darauf, die (auch nicht immer intuitive) Oberfläche von Microsoft Windows nachzuahmen.

      Vielmehr wollen wir unseren Anwendern die bestmögliche Oberfläche bieten, damit das tägliche Pensum trotz hoher Belastung flüssig und möglichst problemlos abgearbeitet werden kann. Ob Linux, Windows oder Webverfahren – damit sollen sich unsere Mitarbeiter nicht beschäftigen müssen.

  3. sinus Permalink

    10.04 wird bis April 2013 (desktop) unterstützt. Wenn das Rollout bis 2013 fertig sein soll, wird dann auf 12.04 aktualisiert?
    Besteht ein Zusammenhang mit der 2013 kommenden Digitalisierung und dem Rollout oder ist das unabhängig?

    Im übrigen gratuliere ich zur Entscheidung mit Canonical zusammenzuarbeiten (tolle Fa.+Community), rein subjektiv, da bei mein Rechner seit Edgy mit Ubuntu läuft. :-)

    • Oliver Altehage Permalink

      Ups, auf Ihre Fragen ist noch nicht geantwortet worden.
      Natürlich folgen wir den LTS Releases von Ubuntu, d.h. das LiMux Release, welches in den Betrieb übergeben wird, wird dann voraussichtlich Ubuntu 12.04 haben.
      Das Projektende hängt nicht mit der 1013 anstehenden Digitalisierung sondern mit den Migrationsplanungen der Referate zusammen. Bis dahin werden alle PC Arbeitsplätze komplett auf LiMux migriert sein.
      Und Glückwünsche nehmen wir gerne an. Danke und zurück.

  4. rupber Permalink

    Die eine Seite sind ja immer die Desktops, und die lassen sich beliebig anpassen, soweit so gut.

    einige Fragen:

    Wie viele Fachanwendeungen, von anfänglich 300, wurden bis jetzt als native Linux Lösung umgestellt?

    Wie viele werden weiter via Terminalserver betrieben?

    Vmware, vermutlich VDI als Virtualisierung und darauf dann Windows?
    Welches Lizenzmodell kommt zum tragen, Enterprise?

    Ist solch ein virtueller Desktop auf jedem Gerät verfügbar? Wenn Nein, wie viele Mitarbeiter haben neben ihrem LiMux Client noch einen virtuellen Windows Client egal ob VDI oder via Terminal Service?

    Werden die anvisierten Einsparungen bei Lizenzen und Personal erreicht?

    Das OfficePacket:

    Ist eventuell daran gedacht auf LibreOffice umzusatteln. Ergeben sich daraus Einschränkungen bzgl. WollMux?

    • Oliver Altehage Permalink

      An vielen dieser Antworten arbeiten wir gerade.
      Fachanwendungen: Zum einen geht es genau genommen um die IT-basierten Anwendungen die in Fachverfahren zum Einsatz kommen. Letztlich ist das Ziel diese alle auf eine offene Plattform zu bringen. Die genau Zahl werde ich gerne in einem eigenen IT Blog nachreichen.
      Terminalserver: Derzeit wird die bereitgestellte Terminalserver-Landschaft getestet. (Zahlen folgen auch hier)
      VMWare: Ja genau. Und darauf kommt dann u.a. Windows XP oder zukünftig Windows7 zum Einsatz. Nein, der virtuelle Desktop wird nur einer begrenzten Anzahl an Usern zur Verfügung gestellt.
      Einsparungen: diese Frage lässt sich erst am Ende des Projekts in 2013 beantworten. (Hier wird auch zu beantworten sein, was durch die Investition möglich gemacht werden konnte und was nicht).
      LibreOffice: Das entscheiden wir erst zu einem relevanten Zeitpunkt. Wir haben jetzt eine der OpenOffice.org 3.3 ähnliche Version gelauncht (3.2.1 aber mit eigenen Patches und Features aus der 3.3.). Und nein, es würden sich derzeit keine Einschränkungen hinsichtlich des WollMux ergeben (siehe auch IT Blog zum LibreOffice & OpenOffice & WollMux Hackfest).

Die Kommentarfunktion ist zur Zeit leider deaktiviert.