Das Interview zwischen dem Behördenspiegel und Heimo Liebich (Mitglied im Münchner Stadtrat sowie stellvertretender Vorsitzender der IT-Kommission) und Peter Onderscheka (Geschäftsbereichsleiter IT-Strategie und IT-Sicherheit bei der Landeshauptstadt München) gibt Aufschluss über das Ziel der Landeshauptstadt München, sich künftig mehr für einen offenen Datenaustausch zu engagieren und Partner und andere Kommunen dabei einzubeziehen.
Auszug (Heimo Liebich): “… intensiveres Networking und der Aufbau einer Community sind die große Chance, gemeinsam noch besser zu werden. Es bleibt unser erklärtes Ziel, andere Städte und Behörden von unseren Erfahrungen profitieren zu lassen und selbst die Chance zu nutzen, von Anderen zu lernen. “Wir sind nicht allein!” Politisch ist mir wichtig, dass das ursprüngliche Stadtratsziel offener und allen zugänglicher Standards, trotz aller Widrigkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, konsequent weiter öffentlich verfolgt wird. Denn nur Offene Standards gewährleisten, dass wir auch in Zukunft noch auf heute erzeugte Daten zugreifen können.”
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Die MOGDy-Community traf sich dieses Mal nicht im Nebenraum, sondern im Hauptbereich der Gaststätte “Bavaria” und arbeitete, in keinster Weise frustriert, an folgenden Themen:
Diskussion rund um den Süddeutsche Zeitung – Artikel vom 07.02.2012
Der Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Projekt MOGDy zieht ein Review der letzten Monate und vergleicht mit anderen großen Kommunen, die zeitgleich mit München oder später in das Thema Open Government einstiegen. Gerade im Bereich des Open Data seien die Erwartungshaltungen der MOGDy-Community an MOGDy hoch gewesen und bis jetzt nicht erfüllt worden.
Fragen, die auf dem Communitytreffen diskutiert wurden:
- Was muss die Stadt tun, um mit Projekten wie MOGDy nachhaltiger zu werden und wie kann und muss sie Chancen nutzen? Ergebnis: Der Community ist die Weiterverwendung / Umsetzung der Ideen aus MOGDy wichtig. Neben der Berücksichtigung der MOGDy Ergebnisse im Rahmen der eGovernment-Strategie & -Roadmap ist dabei die Umsetzung einzelner Ideen in Projektilen wichtig (vgl. unten aktueller Stand „Offene Radwegdaten“).
- Kann die MOGDy-Community ohne offizielle Schnittstelle zur Stadt München funktionieren? Ergebnis: NEIN!
- Sind die Referate so aufgestellt, dass sie ohne Auslöser von außerhalb der LHM (z. Bsp. MOGDy-Community) Bedarfe und Nutzen im oGov- / eGov-Bereich erkennen? Ergebnis: referatsabhängig
Wie ist der aktuelle Stand?
In der IT-Kommission wurden die MOGDy-Projektile vorgestellt. Für die „Offenen Radwegdaten” wurden zwei Stellen bewilligt. Man entschied sich für die Radwegdaten, weil dafür die Daten schon zur Verfügung stehen und nur noch der Prozess zur Freigabe der Daten definiert werden muss. Der Zeitrahmen des Projektils ist somit überschaubar. Es wird ein Arbeitstreffen mit MitarbeiterInnen des Referates für Gesundheit und Umwelt, mit OpenStreetMap und Mitgliedern der MOGDy-Community geben.
Anschließend gab es eine Diskussion zu OpenRIS, weil das Projekt nach hinten gestellt wurde, obwohl der Arbeitsstand schon weit fortgeschritten ist. Bei diesem Projektil fehlen noch Entscheidungen zu juristischen Themenbereichen.
MOGDy-Server:
Die Migration der Ideenliste von der Adhocracy-Plattform steht noch aus. Wünsche, außer einer Zugriffsstatistik, gab es zum Server nicht mehr.
Ideenliste
Die Liste aus dem MOGDy-Ideenwettwerb wurde auf dem Treffen gemeinschaftlich nach den Kriterien Transparenz, Kollaboration, Partizipation, Open Data und eGov bewertet.
Nächstes Communitytreffen
Es wurde der Wunsch geäußert, dass die Treffen an wechselnden Wochentagen stattfinden. Es werden Terminvorschläge, wie immer über Doodle, für Anfang März über die Mailingliste gesendet.
LiMux in neuem Kleid
Das Projekt LiMux präsentiert sich in neuem Outfit. Unter www.muenchen.de/limux werden aktuelle Pressemeldungen in einem Pressespiegel gepflegt und Interessierte erfahren alles über die Historie und den Projektfortschritt.
IT@M tritt der OSBA bei
IT@M, der IT-Dienstleister für Informations- und Telekommunikationstechnik der Stadt München, ist der OSB Alliance (Open Source Business Alliance) beigetreten.
Die OSB Alliance ist ein Interessensverband für die Open Source Szene. Sie gibt zum Beispiel der aktiven Zusammenarbeit zu Themen wie der verbesserten Interoperabilität von Dateiformaten einen Rahmen, an der auch die Stadt München beteiligt ist. Siehe auch das Thema OOXML.
“Die Bündelung der Kräfte in der Open Source Business Alliance wird der Open-Source-Szene in Deutschland ein größeres Gewicht gegenüber Politik, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft verschaffen und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verbessern. Die größere Zahl an Mitgliedern bietet mehr personelle und finanzielle Ressourcen für Aktivitäten der Open Source Business Alliance. …” (Auszug aus: “Über die OSB Alliance“)
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MOGDy-Communitytreffen Januar
Am 10.01.2012 fand das Januar-Treffen der MOGDy-Community in kleiner Runde statt. Der kleine Kreis ermöglichte es, sich gezielt auf ein Thema zu konzentrieren. Das Treffen stand deshalb ganz im Zeichen des MOGDy-Projektils “Offenes Radl-Routing”. Ziel dieses Projektils ist es, die städtischen Radweg-Kartendaten als offene Daten freizugeben. Es wurden mögliche Nutzenpotentiale und Zielgruppen diskutiert. Das Thema wird auch auf den nächsten Communitytreffen präsent sein. Nebenbei konnte die Community zwei neue Open Government – Interessierte begrüßen.
MOGDy-Communitymitglieder waren zur Abschlusspräsentation des Seminars I2S – Idea-to-Solution eingeladen, die am 22.12.2011 am Strascheg Center for Entrepreneurship – Steelcase Creative Hall stattfand. I2S – Idea to Solution ist ein Lehr- und Lernkonzept des Strascheg Center for Entrepreneurship: Studierende entwickeln gemeinsam eine Produktidee, bauen einen Prototypen und erstellen das entsprechende Marketingkonzept.
Eines der Projekte präsentierte einen Prototypen einer App für Smartphone, mit dem es BürgerInnen ermöglicht werden soll, Störungen, wie defekte Straßenbeleuchtung, Sperrmüll oder defekte Spielgeräte auf Spielplätzen zu melden. Wegen des Standortes der Hochschule setzte das “Entrepreneurship & Service Development” – Projekt “Minga” in ihren Konzepten den Fokus auf die Landeshauptstadt München, sieht sich aber auch für andere Kommunen als Anbieter für diesen mobilen Service.
Rückblick
Auf dem letzten MOGDy-Communitytreffen am 08.11.2011 stellten Studenten des Masterstudienganges für Wirtschaftsinformatik der Hochschule München ihr “Entrepreneurship & Service Development” – Projekt “Minga” vor. Bereits auf dem Communitytreffen wurde diese Idee in Bezug auf Umsetzbarkeit und Mehrwert für BürgerInnen und LHM diskutiert.
In Zusammenarbeit mit der MOGDy-Community, vertreten durch Heidi Schulenburg sowie den Studenten des dualen Studienganges Bachelor of Science (Informatik) der LHM, Tobias Rentsch, Stephan Nöhmeier und Michael Unverzart, wurden die Konzepte zum Projekt bezüglich der Geschäftsprozesse der LHM und die technische Machbar- und Umsetzbarkeit überprüft sowie bei einem persönlichen Treffen am 05.12.2011 diskutiert. Dabei ging es vor allem um schon vorhandene Geschäftsprozesse, die durch die App unterstützt werden könnten sowie um Datenschutz, Missbräuche, IT-Architektur und Standards innerhalb der LHM. Feedback der MOGDy-Communitymitglieder flossen in die Abschlusspräsentation mit ein. Interessant war, dass mit “Minga” Meldungen zu mobilen Services ermöglicht werden soll, für die bei der LHM schon Telefonhotlines eingerichtet wurden oder sogar schon Formulare im Internet angeboten werden. Somit wären schon Geschäftsprozesse vorhanden, auf die “Minga” aufsetzen könnte.
“Minga”-Projektmitglieder wollen zum nächsten MOGDy-Communitytreffen, am 10.01.2012, um 18.30 Uhr in der Gaststätte Bavaria, Bayerstr. 81, den aktuellen Stand und Ideen über die nächsten Schritte präsentieren. Anmeldungen für das nächste MOGDy-Communitytreffen hier.
Das LiMux Projekt läuft „unter Plan“ und „über SOLL“
Das Projekt LiMux hat am 12.12.2011 den 9.000. PC-Arbeitsplatz im Tiefbauamt auf den neuen LiMux Client migirert. Damit kommt das Projekt LiMux schneller voran, als gedacht: Geplant waren 8.500 PC-Arbeitsplätze bis Ende des Jahres 2011. Ebenso sind weitgehend alle MS Office Suiten deinstalliert, von wenigen genehmigten Ausnahmen abgesehen. Im Kreisverwaltungsreferat zieht sich der Wechsel von MS Office auf OpenOffice.org 3.2.1 noch etwas in die Länge, weil hier in einigen Fällen die Abhängigkeit zu Fachverfahren noch zu groß ist. Doch je mehr es gelingt, die entsprechenden Fachverfahren plattformoffen betreiben zu können, sie abzulösen oder zu virtualiseren, desto eher werden auch die letzten MS Office Suiten durch OpenOffice.org ersetzt.
Im Jahr 2012 sollen die restlichen geplanten ca. 3.000 PC Arbeitsplätze auf den LiMux Client migriert und der Betriebsübergang vorbereitet werden. Darüber hinaus werden sukzessive die bislang noch proprietären Fachanwendungen plattformoffenen Lösungen zugeführt.
Im Rahmen des eGovernment-Strategie & -Roadmap Projektes bei der Landeshauptstadt München wird auch der aktuelle Ist-Zustand der Verwaltung im Bereich Open Government erhoben. Der dafür eingesetzte Fragenkatalog, das sog. Ready2Open Assessment, wurde von der IT-Strategie der Landeshauptstadt München und der Open Knowledge Foundation Deutschland mit tatkräftiger Unterstützung der MOGDy- / Open Government- / Open Data Community in Deutschland entwickelt. Als Grundlage für die Entwicklung diente die Netreadiness-Analyse des eGovernment-Handbuchs des Bundesministeriums des Inneren.
Mit der Ready2Open-Analyse kann eine Behörde auf strukturierte Art und Weise ihre Bereitschaft und Fähigkeit Open Government und Open Data umzusetzen, selbst einschätzen. Die Analyse zielt auf den aktuelle IST-Zustand ab; es geht nicht um die Planung eines SOLLs. Als Frage formuliert: Wie fit ist die Behörde um Anforderungen an Transparenz, Kooperation und Partizipation sowie den Einsatz von sozialen bzw. web2.0-Technologien in der Interaktion mit der Bürgerschaft, Unternehmen und Online-Communities zu erfüllen?
Die Entwicklung eines solchen Instrumentes innerhalb weniger Wochen war nur durch die engagierte Mitarbeit und den hochwertigen Input aus der Community möglich und zeigt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und interessierten BürgerInnen und Organisationen verlaufen kann. Auch international fand das Ready2Open Assessment bereits Beachtung. Nach einer Vorstellung des Instrumentes auf dem Open Government Data Camp 2011 in Warschau wurde innerhalb kurzer Zeit eine chinesische Version des Ready2Open Fragenkatalogs erstellt.
Weitere Informationen sind im Wiki des MOGDy Servers und über die MOGDy Mailingliste erhältlich.
Ergebnisse zweier Umfragen, die im Rahmen von MOGDy zum Ideen- und Programmierwettbewerb (apps4cities) durchgeführt wurden, die die Erfahrungen unter den MOGDy Teilnehmern abgefragt haben, können hier eingesehen werden.
Danke an allen Teilnehmern, die sich für die Umfragen Zeit nahmen!
In der Sitzung der IT-Kommission vom 16. November 2011 wurde der Abschlussbericht (PDF) des MOGDy-Projekts vorgestellt (PDF) und sehr positiv von den Ratsmitgliedern aufgenommen.
- Im Ideenwettbewerb wurden total 153 Ideen generiert, die in die eGovernment-Planungen einfliessen. Eine kleine Auswahl daraus wurde mit der Community ausgewählt und bis Januar 2012 ist klar, wie die Ressourcensituation dazu aussieht. (Eigener Blog-Beitrag dazu folgt.)
- Die Erfahrungen mit den ersten Freigaben von Open Data waren durchweg positiv. Die Daten sind inzwischen auf offenedaten.de verfügbar (Blog-Beitrag).
- Über die gesamte Projektlaufzeit hat sich eine Community rund um Open Government und Open Data im Raum München gebildet, die aktuell knapp 60 Mitglieder umfasst. Kommunikation und Projektzusammenarbeit wird über den MOGDy Server koordiniert, wo es neben einer Mailingliste auch ein Wiki und ein etherpad gibt.
Mehr dazu, wie die weitere Planung nach MOGDy bis zur eGovernment-Straegie/Roadmap aussieht gibt es nach der Weihnachtspause.




